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IEFBE 533

Prejudiciële vragen: het bankgeheim en gegevensafgifte door banken bij merkvervalsing

BGH 17 oktober 2013, I ZR 51/12 (Davidoff Hot Water)
Uit het persbericht: Bundesgerichtshof legt Europäischem Gerichtshof Frage zur Auskunftspflicht von Bankinstituten über Kontodaten bei Markenfälschungen vor.

Der unter anderem für das Markenrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat dem Gerichtshof der Europäischen Union die Frage vorgelegt, ob ein Bankinstitut eine Auskunft über Namen und Anschrift eines Kontoinhabers unter Hinweis auf das Bankgeheimnis verweigern darf, wenn über das Konto die Zahlung des Kaufpreises für ein gefälschtes Markenprodukt abgewickelt worden ist.

 Die Klägerin ist Lizenznehmerin für die Herstellung und den Vertrieb von Davidoff-Parfüms. Im Januar 2011 bot ein Verkäufer auf der Internetplattform eBay ein Parfüm unter der Marke "Davidoff Hot Water" an, bei dem es sich um eine Produktfälschung handelte. Als Konto, auf das die Zahlung des Kaufpreises erfolgen sollte, war bei eBay ein bei der beklagten Sparkasse geführtes Konto angegeben. Die Klägerin ersteigerte das Parfüm und zahlte den Kaufpreis auf das angegebene Konto. Nach Darstellung der Klägerin konnte sie nicht in Erfahrung bringen, wer Verkäufer des gefälschten Parfüms war. Sie hat deshalb die beklagte Sparkasse nach § 19 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 MarkenG* auf Auskunft über Namen und Anschrift des Inhabers des Kontos in Anspruch genommen.

Das Landgericht hat der Klage stattgegeben. Das Berufungsgericht hat die Klage abgewiesen. Es hat angenommen, die beklagte Sparkasse sei aufgrund des Bankgeheimnisses zur Verweigerung der Auskunft berechtigt.

Der Bundesgerichtshof hat das Verfahren ausgesetzt und dem Gerichtshof der Europäischen Union vorgelegt. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs stellt der Vertrieb des gefälschten Parfüms eine offensichtliche Rechtsverletzung dar. Die beklagte Sparkasse hat durch die Führung des Girokontos, über das der Verkäufer den Zahlungsverkehr abgewickelt hat, auch eine für die rechtsverletzende Tätigkeit genutzte Dienstleistung in gewerblichem Ausmaß erbracht. Damit liegen die Voraussetzungen des § 19 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 MarkenG an sich vor. Die beklagte Sparkasse braucht die begehrte Auskunft aber nicht zu erteilen, wenn sie nach § 383 Abs. 1 Nr. 6 ZPO** zur Verweigerung des Zeugnisses im Prozess berechtigt ist. Da § 19 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 MarkenG Art. 8 Abs. 3 Buchst. c der Richtlinie 2004/48/EG zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums umsetzt, muss das Recht zur Verweigerung der Auskunft durch die Richtlinie gedeckt sein. In Betracht kommt insoweit Art. 8 Abs. 3 Buchst. e der Richtlinie, der den Schutz der Vertraulichkeit von Informationsquellen und die Verarbeitung personenbezogener Daten zum Gegenstand hat. Im Streitfall stellt sich die Frage, ob die Kontodaten, über die die Klägerin von der Sparkasse Auskunft verlangt, Art. 8 Abs. 3 Buchst. e der Richtlinie unterfallen und - wenn dies der Fall sein sollte - ob gleichwohl im Interesse der effektiven Verfolgung von Markenverletzungen die Beklagte Auskunft über die Kontodaten geben muss. Da die Frage die Auslegung von Unionsrecht betrifft, hat der Bundesgerichtshof sie dem Gerichtshof der Europäischen Union zur Vorabentscheidung vorgelegt. Der Bundesgerichtshof hat in dem Vorlagebeschluss erkennen lassen, dass aus seiner Sicht das Interesse an einer effektiven Verfolgung einer Schutzrechtsverletzung den Vorrang vor dem Interesse der Bank haben sollte, die Identität des Kontoinhabers geheimzuhalten.

Gestelde vraag:

Ist Art. 8 Abs. 3 Buchst. e der Richtlinie 2004/48/EG dahin auszulegen, dass diese Vorschrift einer nationalen Regelung entgegensteht, die einem Bankinstitut in einem Fall wie dem Ausgangsverfahren gestattet, eine Auskunft nach Art. 8 Abs. 1 Buchst. c dieser Richtlinie über Namen und Anschrift eines Kontoinhabers unter Berufung auf das Bankgeheimnis zu verweigern?

IEFBE 506

Tekortgeschoten in informatieplicht bij beslagverzoek namaaksoftware

Vzr. Rechtbank van Koophandel Antwerpen 12 september 2013, AR 1358-1359/13 (GOnline tegen Network Proces control c.s. en B&MI tegen Network Proces Control)
Beslagrecht. Verzet tegen beslagbeschikking inzake namaak van software-ontwikkelingsplatform "DINO" waarbij de beslagleggende partijen beweren de auteursrechten te bezitten. GONLINE eist intrekking van deze beschikking en nietigheid van het beschrijvend beslag en de beslagmaatregelen. Concreet beroepen beslagleggende partijen zich op de omgezette "Softwarewet". Voor een beschrijvend beslag inzake namaak is verder niet vereist dat de verzoeker "ernstige" aanwijzingen of zelf concrete bewijzen van IE-inbreuken zou aanbrengen.

Beslag inzake namaak is een dusdanig verstrekkende en ingrijpende maatregel dat de verzoekende partijen de nodige ijver dienen aan de dag te leggen om de feitelijke situatie als dusdanig weer te geven dat deze als correct, volledig en (zo) objectief (mogelijk) door de voorzitter kan worden getoetst aan de drempelvoorwaarden. Er wordt geoordeeld dat de beslagleggende partijen tekort zijn geschoten in deze verplichting en de rechter onvoldoende en onvolledig hebben geïnformeerd toen ze toestemming kwamen vragen voor het beslag. De beschikkingen die hun steun vindt in het verzoekschrift wordt ingetrokken. Alle maatregelen worden als onbestaand beschouwd. De eis tot het verkrijgen van een schadevergoeding is ontoelaatbaar en de eerdere beschikkingen worden vernietigd en ongegrond verklaard. De gerechtsdeskundigen worden van hun opdracht ontheven.

Leestips: p. 6 - 8